Editorial Ausgabe 73

Makler haben derzeit viel mit der FDP gemeinsam, denn beide sind Opfer einer (linken) Medienkampagne. Dass die Linken (Medien) die FDP in die Bedeutungslosigkeit schreiben bzw. schicken wollen, leuchtet ein, wenn man sich ausmalt, welches Parteienspektrum dann im Bundestag verbliebe. Warum man sich auch die Immobilienmakler vorgenommen hat, ist noch nicht geklärt, allerdings läuft die Kampagne schon mehrere Monate und zeigt erste Wirkung. Auf jeden Fall sind die Popularitätswerte beider Medienopfer derzeit im Keller.

Dieses Editorial und weitere interessante Themen finden Sie im Heft 73 / 2013

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Bei der FDP war das nicht immer so. Klein aber fein, schien jahrzehntelang das Motto der Partei zu sein. Wenige aktive Mitglieder verhießen ausgezeichnete Karrierechancen. Rekordhalter ist hier sicherlich Klaus Kinkel, der 1991 der Partei beitrat, 1992 zum Außenminister gekürt und 1993 bereits Bundesvorsitzender seiner neuen Partei wurde!

Popularität und Reputation des Maklerberufs waren dagegen immer schon gering. Und das, obwohl vieles dafür spricht, dass das Makeln eine der schönsten Tätigkeiten ist, die man ausüben kann.

Wie in der Politik liegen keine Zugangsbeschränkungen vor. Egal, was jemand gelernt hat: Er oder sie kann jeden Posten besetzen. In der Politik muss man genug Fürsprecher finden, der Makler braucht dagegen niemanden zu fragen. Wer will, der kann und es bieten sich ihm oder ihr zahlreiche Möglichkeiten.

Beginnen wir mit der operativen Beschäftigung, dem Verkaufen von Objekten und dem Akquirieren von Aufträgen. Niemand würde behaupten, dass dies ein langweiliger Schreibtisch-Job ist. Ganz im Gegenteil: Der Makler gehört nicht hinter den Schreibtisch, sondern an die Verkaufs-Front! So kommt man (in seinem Verkaufsgebiet) viel herum, lernt interessante Menschen kennen und kein Tag ist wie der andere. Und in welchem Beruf könnte man vergleichbare Geschichten erzählen?

Natürlich gibt es auch das emotionale Auf und Ab, das alle vertriebslastigen Berufe kennen. Aber ist das wirklich ein Nachteil, solange es nach jeder Niederlage wieder ein Stück weiter aufwärts geht? Wer ein regelmäßiges Einkommen und eine sichere Altersversorgung sucht und nur ein Minimum an Aufregung ertragen kann, sollte in die Politik wechseln (siehe oben).

Noch interessanter wird es, wenn man betrachtet, was sich alles in den Maklerberuf einbringen lässt. Ist das schon Hobby oder noch Beruf? Die Frage drängt sich förmlich auf, wenn man schaut, welche Nebentätigkeiten für das Anforderungsprofil des Maklers nützlich sein können. Da wären Videofilmen, Fotografieren, grafisches Gestalten, Innenarchitektur bzw. Raumgestaltung aber auch Soft Skills wie (Verkaufs-)Psychologie oder Feng Shui zu nennen. Wer irgendeinem Hobby frönt, dem wird es nicht schwerfallen, es als unbedingt notwendig für diesen Beruf zu darzustellen.

Auch gibt es keine allgemein gültigen Erkenntnisse darüber, wie ein Makler personell und organisatorisch aufgestellt sein sollte. Die Unternehmensstrukturen weichen oft stark voneinander ab. Ob Einzelkämpfer, Team oder großes Unternehmen – es gibt kein Patentrezept dafür, wie DAS ideale Maklerunternehmen aufgebaut sein muss. Am Ergebnis, dem Vermittlungserfolg, ist dies schon gar nicht feststellbar. Die Größe des Unternehmens und die Rolle, die man dort ausübt, bleiben einzig der persönlichen Zielplanung vorbehalten.

Ebenso gibt es keine verbindliche Regel, wie die Maklertätigkeit praktisch ausgeübt wird. Jeder kann tun oder lassen, was er oder sie will – und das gilt oft sogar innerhalb eines Unternehmens. Für die meisten Unternehmer wird der einzelne Verkäufer im Hause daher oft zum Flaschenhals für Veränderungen: Ob  neue Konzepte umgesetzt werden oder nicht, entscheiden letztlich doch die operativ tätigen Makler. Der Faktor Mensch dominiert wie in kaum einer anderen Branche.

Bei aller Freiheit sollte beim „schönsten Beruf“ auch das Ergebnis stimmen, damit er dauerhaft Freude bereitet. Hierzu möchten wir Ihnen auch in Zukunft regelmäßig Information, Inspiration und nachvollziehbare Konzepte bieten. Denn Makler werden weithin gebraucht – genauso wie die FDP. Und beide wären mit 6 Prozent schon mehr als zufrieden.

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