Deutschland züchtet zu viele Mitläufer statt Macher
Online-Redaktion
April 21, 2026
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Deutschland verliert seinen Biss: Schulen senken Standards, Firmen verwandeln sich in Wohlfühloasen.
Statt Macher hervorzubringen, erzieht unser System Menschen, die Fehler vermeiden und sich anpassen wollen. Doch Wohlstand entsteht nicht durch Bequemlichkeit, sondern durch Leistung, Mut und Unternehmergeist.
Die Werte und Verhaltensweisen, die wir jungen Menschen vermitteln, prägen ihr Verhalten als Erwachsene. Unser Bildungssystem suggeriert, dass Dabeisein alles ist. Bevor Einzelne durch herausragende Leistungen dafür sorgen, dass sich andere Schüler schlecht fühlen, senken wir lieber für alle die Standards.
Mathe-Abitur? Zu schwer, also weg damit – so die Forderung. In Bayern können Schüler ab 2026 tatsächlich drumherumkommen.
Der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund liegt bei über 40 Prozent; in manchen Gegenden liegt er bei achtzig Prozent. Wenn ein erheblicher Teil eines Jahrgangs dem Unterricht sprachlich kaum folgen kann, rutschen automatisch die Leistungsniveaus ganzer Klassenzüge nach unten.

Der Anteil der Einser-Abiture steigt – obwohl Deutschlands Schüler immer schlechter in Lesen, Schreiben und Rechnen abschneiden.
Wir orientieren uns notgedrungen am Schwächsten und senken die Standards. Die neuen Bundesjugendspiele stehen symbolisch für diesen fatalen Zeitgeist. Hier geht es mehr um „Freude an Bewegung“ als um Wettbewerb und Gewinnen.
Dabei zeigt die PISA-Studie eindeutig: Die Länder, die große Leistungsunterschiede zwischen Schülern zulassen (anstatt sie zu nivellieren), haben insgesamt auch die besseren Bildungssysteme.
Wir züchten Mitläufer statt Macher. Kinder lernen früh: Kapitalismus ist schlecht, Moralisieren ist richtig und Bequemlichkeit klug. Ob das die Tugenden sind, um erfolgreich zu sein?
Ein Blick nach Polen zeigt, was möglich ist
Meine Frau ist Polin. Wir sind oft in dem Land. Dort spüre ich einen Hunger nach Erfolg, eine Energie, die in Deutschland immer seltener wird. Alle krempeln die Ärmel hoch, packen an, wollen erfolgreich sein und Wohlstand aufbauen.
In Polen sprechen die Menschen gerne von „gonić“: jagen. Den Westen jagen. Wohlstand jagen. Bisher war die Jagd nach Wohlstand erfolgreich. Polen hat die Schweiz überholt und gehört nun zum elitären Zirkel der G-20-Länder – den 20 größten Volkswirtschaften der Welt. Der polnische Regierungschef Donald Tusk hat seinen Landsleuten zum 25-jährigen Jubiläum der Mitgliedschaft in der EU versprochen: „Polen wird reicher sein als Großbritannien. Er meint damit das Jahr 2029.
Deutschland fehlt der verlockende Horizont

Währenddessen verbreitet sich in Deutschland der Glaube, Erfolg falle vom Himmel. Wir fantasieren von Degrowth und Deindustrialisierung – und nehmen Bürgern und Unternehmen durch hohe Abgaben und Steuern die Luft zum Atmen. Wer investiert, riskiert – und wird hierzulande dafür kaum belohnt. Im Gegenteil: Die Leistungsträger, die unser Land durch ihre Arbeit am Laufen halten, werden gemolken wie Kühe, um die Umverteilung zu sichern. Das ist nicht der Weg an die Spitze, sondern in den Abgrund. Wollen wir überhaupt noch Spitzenleistung bringen und zu den Top-Ländern gehören?

Warum wir jetzt mutig für Freiheit und Wohlstand
die Stimme erheben müssen«.
Erschienen im Lau-Verlag (ISBN 978-3-95768-3).
Erfolg gibt es nur mit Einsatz, Schweiß und Rückschlägen. Deutschland muss sich entscheiden: Wollen wir Macher oder Mitläufer sein? Erfolg gibt es nur mit Einsatz, Schweiß und Rückschlägen. Und genau das macht ihn wertvoll. Denn nur, wer zäh ist und bereit ist, auch durch den Schmerz zu gehen, wird ihn erreichen.
Klingt nach „Old-School Motivation“? Für mich ist es die Anforderung des realen Lebens. Wer meint, Erfolg entsteht ohne Anstrengung, lebt in einer Traumwelt.
Wo Schulen versagen, müssen Unternehmen einspringen. Unser Bildungssystem sollte Kindern nicht nur Selbstwertgefühl geben, sondern auch Selbstvertrauen: „Ich kann etwas schaffen, wenn ich bereit bin, mich anzustrengen!“
Wo Schulen bisher versagen, müssen Unternehmen einspringen und die Charakterbildung nachholen. Sie schaffen das, indem sie eine Leistungskultur etablieren, die Menschen fordert und ermutigt, über sich hinauszuwachsen – und nicht nur tröstet und in Watte packt.
Denn eins ist klar: Passive Mitläufer gefährden unsere Zukunft. Wir brauchen mehr Macher. Und die beginnen damit, unbequeme Wahrheiten auszusprechen: Wenn wir weiter die Bequemlichkeit fördern, statt Menschen zu fordern, entscheiden wir uns nicht nur für Mittelmaß – wir entscheiden uns gegen Wohlstand.
Peter Holzer ist seit 2009 Sparringspartner für Familienunternehmen. Als Berater, Redner und vierfacher Sachbuch-Autor fokussiert er sich auf Führung, Generationswechsel und Veränderungsprozesse. Zuvor leitete er den Vertrieb eines Mittelstandsfonds. Er studierte BWL und Wirtschaftsinformatik in Oestrich-Winkel, Auckland und Chicago. In den Jahren 2021 und 2014 war Holzer jeweils Referent beim IMMOBILIEN-PROFI Meeting in Köln.
Dieser Artikel erschien erstmals in der
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