Firmenübergabe: Wann eine Übertragung in eine Stiftung sinnvoll ist

Online-Redaktion

August 17, 2026

AdobeStock_Stiftung

Alfred Laufenberg und seine Frau Petra wählten einen ungewöhnlichen Weg der Unternehmensnachfolge: Sie übertrugen ihre Immobilienfirma in eine Stiftung. Warum dieses Modell für sie mit vielen Vorteilen verbunden ist.

Dr. Alfred Laufenberg

Petra und Alfred Laufenberg haben die Firmennachfolge fast zehn Jahre lang vorbereitet. Dabei befassten sich die Gründerin und ihr Mann, der als promovierter Chemiker erst 2008 ins Unternehmen einstieg und davor viele Jahre bei einem Konzern tätig war, nicht nur mit der Art der Übergabe, sondern auch mit Strukturanpassungen.

Letztere waren nötig, um an den drei Standorten Dormagen, Langenfeld und Neuss dafür zu sorgen, dass Prozesse vereinheitlicht werden und nicht alle Entscheidungen beim Geschäftsführerpaar landen. So führten sie unter anderem Prozesse ein, die neben der Immobilienvermittlung auch Bereiche wie Mitarbeitergewinnung, Onboarding und Führungskräftequalifizierung umfassten. „Bis 2015 liefen alle Fäden bei meiner Frau und mir zusammen; es gab Routinen, die aber nicht immer logisch waren. Das wollten wir ändern und damit letztlich den Grundstein für eine sinnvolle Übergabe legen“, erläutert Alfred Laufenberg.

Sie begannen, Führungskräfte zu entwickeln und sich mit den Leitungsteams regelmäßig zu treffen, um unter anderem die Geschäftsentwicklung, Personalfragen etc. zu diskutieren, erläutert Laufenberg: „Dabei profitierten wir vom Austausch innerhalb einer ‚Makeln21-Arbeitsgruppe‘ des IMMOBILIEN-PROFI, wo sich Immobilienexperten, die mindestens zehn Mitarbeiter haben, regelmäßig treffen, um offen über ihre Erfahrungen in den einzelnen Managementbereichen zu reden.“ Die Gruppe zeichnet sich dadurch aus, dass alle Mitglieder ihre Prozesse analysieren und mit diesem Wissen in den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen gehen.

Laufenbergs wollten außerdem den Fehler vieler Kollegen vermeiden, an ihrem Unternehmen so lange festzuhalten, bis sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr können, um dann einen überhasteten und chaotischen Übergang hinzulegen. „Oder dass sich bei Krankheit oder Tod des einen Partners der andere allein mit dem Fortbestand oder dem Übergang des Unternehmens befassen muss, oder sich die Kinder darum kümmern müssen, die häufig andere Berufe ergriffen haben“, ergänzt Alfred Laufenberg die Beweggründe. Auch wollten sie nicht zu den Leuten zählen, die das Thema ignorieren und nicht loslassen wollen.

JETZT EINLOGGEN UND

ALLE INHALTE FREISCHALTEN!

JETZT EINLOGGEN UND ALLE INHALTE FREISCHALTEN!

MMOBILIEN-PROFI – Das einzige unabhängige Magazin der Maklerbranche! Sie haben noch keinen Zugang? Werden Sie jetzt Teil der IMMOBILIEN-PROFI Community!

 

Bernhard Hoffmann


Dieser Artikel erschien erstmals in der
Ausgabe IMMOBILIEN-PROFI Nr. 166 - jetzt entdecken!

  • Systemfehler
    Editorial
    Von Werner Berghaus
  • Vom Streuverlust zum Zusatzumsatz
    Warum Lead-Recycling mehr als eine Einnahmequelle ist
    Von Werner Berghaus
  • Totgesagte leben länger
    Wie ein Makler einen verlorenen Erbfall reaktivierte ? und am Ende doch noch zum Abschluss kam
    Von Manfred Gabler
  • Zwischen Ackerland und Vibe-Coding
    Wie Andreas Heinrichs mithilfe von KI eine hochspezialisierte Marktnische digitalisiert
    Von Andrea Fricke
  • Vom klassischen Bieterverfahren zur digitalen Marktpreisfindung
    Eine Evolution der Immobilienvermarktung oder der Paradigmenwechsel in der Preisfindung
  • Home Staging: 14 Monate kein Käufer, drei Maßnahmen, verkauft am ersten Tag
    Eine Berliner Immobiliengeschichte über Psychologie, Wahrnehmung und die Macht des ersten Eindrucks
  • Firmenübergabe: Wann eine Übertragung in eine Stiftung sinnvoll ist
    Alfred Laufenberg und seine Frau Petra wählten einen ungewöhnlichen Weg der Unternehmensnachfolge: Sie übertrugen ihre Immobilienfirma in eine Stiftung [...}
    Von Bernhard Hoffmann
  • Brauchen Immobilienmakler noch eine eigene Website?
    In Zeiten von ChatGPT und KI-Antworten fragen sich viele Makler: Spielt meine eigene Website überhaupt noch eine Rolle ? oder reicht es, ?irgendwo im Netz? stattzufinden?
    Von Elias Indrich
  • Die ehrlichste Zahl im ganzen Geschäft
    Warum die reine Innenprovision kein Taschenspielertrick ist, sondern ein kleines Bekenntnis zur eigenen Arbeit
  • ChatGPT als Vertriebskanal: VON POLL IMMOBILIEN und ImmoScout24 im Vergleich
    Zwei Anbieter, zwei Strategien ? und was Makler daraus machen können
    Von Andrea Fricke
  • Wenn der zweite Makler den Kauf abschließt
    Provisionsrisiken auch nach Ende des ersten Maklervertrags
    Von Helge Ziegler
  • Warum Vermietung kein lästiges Zusatzgeschäft ist
    Wie aus Verwaltung, Vermietung und Verkauf bei Wullkopf & Eckelmann ein langfristiges Eigentümernetzwerk entsteht
    Von Andrea Fricke
  • Die Entdeckung des Maklers
    Wie der Gesetzgeber einen Berufsstand fand ? und nicht mehr losließ [...}
    Von Georg Ortner

Zur Ausgabe 166 >

Zum Heftarchiv >


JETZT EINLOGGEN UND

ALLE INHALTE FREISCHALTEN!

JETZT EINLOGGEN UND ALLE INHALTE FREISCHALTEN!

MMOBILIEN-PROFI – Das einzige unabhängige Magazin der Maklerbranche! Sie haben noch keinen Zugang? Werden Sie jetzt Teil der IMMOBILIEN-PROFI Community!

Aktuelle Nachrichten