Kleine Geschichte der Maklerprovision

In dieser Ausgabe lassen wir zum dritten Male die 21 Thesen zu Makeln21 Revue passieren und vergleichen sie mit der heutigen Realität.

Dabei fällt auf, wie viel Raum die Frage der Provisionsgestaltung einnimmt.

Und tatsächlich war dies zuvor ein heißes Thema. Mit dem Stichwort “Innenprovision“ konnte man eine beliebige Gruppe von Maklern mühelos zwei Stunden beschäftigen. (Heute gelingt das besser mit dem Zauberwort “Portalpreise“).

Diese Diskussionen über die Provisionsgestaltung wurden immer sehr hitzig geführt. Auf der einen Seite diejenigen, die Ihr Honorar nur beim Auftraggeber abrechneten, gegenüber die Kollegen mit geteilter oder ausschließlicher Außenprovision. Deren Argumente pendelten zwischen Vermutungen, wie „meine Kunden kennen / wollen das nicht“, „mein Markt ist anders“ über Warnungen vor höherer Grunderwerbsteuer hin zu Empfehlungen, man könne mittels Provisionsteilung bei der schwächeren Partei (Käufer) doch vier statt drei Prozent liquidieren.

Dann kam die europäische Widerrufsbelehrung mit dem Hinweis, dass Maklerverträge möglicherweise per Fernabsatz zustande kommen. Dadurch wurde die Außenprovision plötzlich zum Klotz am Bein der Branche. Jeder Exposéversand bedingt schließlich einen Maklervertrag und damit die Widerrufsbelehrung. Nur die immer leistungsfähigeren CRM-Systeme haben verhindert, dass es eine stärkere Entwicklung in Richtung ausschließlicher Innenprovision gibt. Aber nicht wenige Kollegen haben Ihr Entlohnungssystem angepasst.

Die Fans der Außenprovision wurden jedoch demütiger, Diskussionen über Pro und Kontra kamen immer seltener auf. Die einen machten es und die anderen trauten sich nicht.

Neuen Schwung für den Trend zur alleinigen Vertretung des Auftraggebers Ende 2020, als die Maklerprovision für Wohnimmobilien erstmals gesetzlich geregelt wurde. Mit dem Ergebnis, dass Käufer nie mehr bezahlen müssen als Verkäufer. So verblieben nur noch zwei Varianten, die Teilung der Provision oder die Honorarberechnung an den Eigentümer.

Soweit die Entwicklung der Maklerprovision, soweit ich sie aus meiner Tätigkeit für die Maklerbranche überblicke.

Viel Spaß mit den 21 Thesen!

Werner Berghaus


Dieser Artikel erschien erstmals in der Ausgabe IMMOBILIEN-PROFI Nr. 157 - jetzt entdecken!

  • Kleine Geschichte der Maklerprovision
    Editorial
    Von Werner Berghaus
  • Mit System zur skalierbaren Marktposition (2)
    Die neun Säulen eines skalierbaren Immobilienunternehmens
    Von Maximilian Wolf
  • Mehr Geschäft, mehr Kontrolle, mehr Unternehmenswert
    Wie Sie eine eigene Inhouse-Finanzierungsabteilung aufbauen [...}
    Von Sascha Mermann
  • Die 21 Thesen zu Makeln21 (Teil 3)
    Die Fortsetzung des Realitäts-Checks mit den Thesen 12 bis 15
    Von Werner Berghaus

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