QuerAufsteiger (9) – Regional verwurzelt, digital vernetzt

Andrea Fricke

Dezember 10, 2025

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Vor acht Jahren noch im Studium zur Immobilienfachwirtin – heute feste Größe in der Region Neuwied (Rhein)

Peggy Stüber zeigt, dass ein später Start nicht bremst, sondern beflügeln kann. Ehrenamt, Netzwerken, Social Media – drei Worte, die ihren Weg als Maklerin auf den Punkt bringen.

Peggy Stüber strahlt eine ansteckende Energie aus, ob im Vereinsheim, im Wirtschaftsforum oder im Gespräch mit Kunden. Sie ist nicht nur Immobilienmaklerin, sondern auch Vorsitzende des Wirtschaftsforums der Verbandsgemeinde, Schatzmeisterin im örtlichen Sportverein und ehrenamtliche Richterin am Landessozialgericht. Für ihr Engagement erhielt sie die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz in Silber. Diese Verwurzelung ist für sie mehr als eine Visitenkarte, sie ist das Fundament ihres Geschäfts. Sie betont, dass lokale Präsenz Vertrauen schafft – essenziell im Maklergeschäft.

Später Start, schneller Aufstieg

„Ich habe so viel Freude an meiner Arbeit, dass es sich nicht wie Arbeit anfühlt.
Dieses Gefühl möchte ich weitergeben!“

Der Weg in die Selbstständigkeit war kein Selbstläufer. Stüber, Jahrgang 1969, hat zunächst eine Ausbildung als Büro- und Marketingkauffrau absolviert, drei Kinder großgezogen und parallel gearbeitet – unter anderem in einer Werbeagentur und im Betrieb ihres Mannes, einem Bauingenieur, sowie in verschiedenen Übergangsjobs. Erst mit Mitte 40 entschloss sie sich, den Immobilienfachwirt an der IHK Koblenz zu machen – mit Erfolg. 2017 folgte die Gründung des eigenen Büros. Heute, acht Jahre später, gilt sie als feste Größe in ihrer Region.

Ihr Erfolg basiert nicht auf aggressiver Akquise oder gekauften Leads, sondern auf Authentizität. „Ich sage meinen Kunden offen, wenn ich bei einer Millionen-Villa weniger Erfahrung habe. Sie vertrauen mir trotzdem, weil sie spüren, dass ich ehrlich bin und mein Netzwerk für sie einsetze.“ Diese Haltung hat ihr einen Ruf eingebracht, der weit über ihre Verbandsgemeinde hinausreicht.

Peggy Stüber hat früh realisiert, dass klassische Methoden und digitale Reichweite zusammenspielen. Ihre „Farm“ umfasst rund zwei Dutzend Orte in der Verbandsgemeinde, die sie konsequent bearbeitet. Sponsoring von Vereinen, Präsenz bei Veranstaltungen oder einfach Gespräche am Spielfeldrand – all das wird über Facebook, YouTube oder LinkedIn sichtbar gemacht. „Farming und Social Media gehören für mich zusammen – eine echte Symbiose.“

Ein Beispiel: Als Sponsorin von Winterjacken für eine Tanzgarde entstand ein emotionales Video, das in ihrer Region hohe Aufmerksamkeit erzeugte. Diese Mischung aus lokaler Nähe und digitaler Präsenz hat ihre Marke geprägt.

Old School trifft New School

Mit 1.287 Followern auf Facebook erreicht Peggy Stüber rund 58 Prozent der Einwohner ihres Heimatortes Breitscheid. Auf Instagram folgen ihr 660 Menschen, das entspricht 30 Prozent von Breitscheid- beziehungsweise 0,36 Prozent des Kreises Neuwied. Selbst auf LinkedIn, mit 341 Kontakten, erreicht sie noch rund 15 Prozent der Breitscheider Einwohner. Bemerkenswert bleibt: Trotz aller digitalen Reichweite bringen klassische Anzeigen im Lokalblatt weiterhin zuverlässig Leads. Für Stüber ergänzen sich Old School und New School perfekt.

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Für ihr Engagement erhielt sie die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz in Silber.

Kooperation statt Konkurrenz

Anstatt ihre Kollegen als Wettbewerber zu betrachten, bevorzugt Peggy die Zusammenarbeit. Gemeinsam mit den zwei anderen Maklerbüros aus der Umgebung organisiert sie Veranstaltungen und tauscht Erfahrungen aus – das wirkt nach außen professionell und stärkt alle Beteiligten.

Im Büro setzt sie von Anfang an auf klare Strukturen und digitale Tools. onOffice bildet die Basis, ergänzt durch Automatisierungen von the automizers/Santino Giese, Ogulo für virtuelle Rundgänge, AreaButler für Lagekarten und BOTTIMMO, als Marketing-Services. Unterstützt wird sie von zwei Teilzeitkräften im Backoffice, die eigene Visitenkarten haben und direkten Kundenkontakt pflegen. Ihre Mitarbeiterinnen arbeiten als gleichwertige Teammitglieder – das spüren auch die Kunden.

Stübers Ehemann ist Bauingenieur, ihre drei erwachsenen Kinder bewegen sich alle im Immobilien- und Bauumfeld, von Immobilienwirtschaft über Tragwerksplanung bis hin zur Private-Equity-Firma für Immobilienbewertungen. Dieses familiäre Fundament sorgt für fachliche Tiefe. Baustellen und Bewertungen sind für Stüber keine abstrakten Themen, sondern Teil des Alltags.

„Der Weg in die Selbstständigkeit war kein Selbstläufer.“

Blick nach vorn

Peggy Stüber denkt ihr Geschäft Schritt für Schritt weiter. Für das kommende Jahr plant sie erstmals Firmenschild am hausinternen Büro und neue Ansätze für Gewerbeimmobilien, wo der Markt derzeit schwierig ist. Zugleich möchte sie stärker als Speakerin, Moderatorin und Coach auftreten. Besonders das Thema Farming will sie anderen Maklern näherbringen. Ihr Leitmotiv bleibt dabei unverändert: „Ich habe so viel Freude an meiner Arbeit, dass es sich nicht wie Arbeit anfühlt. Dieses Gefühl möchte ich weitergeben.“

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Andrea Fricke


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