Rückblick KI-CLUB #02: Vom Hype zur Hilfe

Andrea Fricke

Juli 3, 2026

KI-CLUB Rückblick 02

Wo KI Maklern heute wirklich Arbeit abnimmt

Künstliche Intelligenz ist derzeit eines der meistdiskutierten Themen nicht nur in der Immobilienbranche. Kaum eine Woche vergeht ohne neue Tools, neue Versprechen und neue Schlagworte. Doch zwischen spektakulären Ankündigungen und echtem Nutzen im Makleralltag liegt oft ein großer Unterschied. In der zweiten Ausgabe des IMMOBILIEN-PROFI KI-CLUB diskutierte Andrea Fricke gemeinsam mit José Klippel (block & klippel Immobilien), Andreas Borck (Smartify Consulting UG) und Lars Eickhoff (DeepImmo) darüber, wo KI Maklern heute tatsächlich Arbeit abnimmt und warum sie vor allem im Hintergrund ihre größte Stärke entfaltet.

Die Diskussion machte dabei eines deutlich: Nicht jede KI-Anwendung bringt automatisch einen Mehrwert. Erst wenn Prozesse klar definiert sind und der Einsatz zur Arbeitsrealität eines Maklerbüros passt, kann aus Technologie echte Unterstützung werden.

Erst die Prozesse, dann die KI

Dass dieser Weg selten geradlinig verläuft, schilderte José Klippel, der mit seinem Unternehmen block & klippel Immobilien in Kiel Wohnimmobilien vermittelt. Das Maklerbüro ist in wenigen Jahren auf acht Mitarbeitende gewachsen und damit auch die Anforderungen an Struktur und Organisation. Wie in vielen jungen Unternehmen wurde zunächst viel ausprobiert: verschiedene Softwarelösungen, Automatisierungstools und digitale Anwendungen, die mehr Effizienz versprachen. Doch schnell zeigte sich ein bekanntes Problem. „Wir haben uns irgendwann Softwarelösungen ins Haus geholt, die wir eigentlich gar nicht gebraucht hätten“, erinnert sich Klippel. „Und das summiert sich, 30 Euro hier, 50 Euro da, doch am Ende nutzt es trotzdem keiner.“ Viele Tools funktionieren zwar einzeln gut, bilden aber nur einen kleinen Teil des Arbeitsprozesses ab. Für Makler entsteht so ein Flickenteppich aus sogenannten Insellösungen. Dazu kommt ein praktisches Problem, denn wenn Mitarbeitende mit zu vielen Systemen arbeiten sollen, greifen sie oft wieder auf vertraute Abläufe zurück. Erst mit der Unterstützung von Andreas Borck, der Maklerunternehmen beim Aufbau effizienter CRM-Strukturen berät, wurde die Organisation grundlegend neu gedacht. Sein Ansatz ist bewusst unspektakulär: Nicht jedes Problem braucht sofort eine neue Software und schon gar nicht zwingend eine KI. „Viele Dinge lassen sich auch mit klassischen Wenn-Dann-Regeln im CRM lösen“, erklärt Borck. „Nicht alles, was automatisiert werden kann, muss über KI laufen.“

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