Vom klassischen Bieterverfahren zur digitalen Marktpreisfindung
Werner Berghaus
August 13, 2026
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Eine Evolution der Immobilienvermarktung oder der Paradigmenwechsel in der Preisfindung

Der Immobilienmarkt ist ständigen Schwankungen unterworfen, weshalb die Preisfindung für Makler, Verkäufer und Käufer oft eine große Herausforderung darstellt. Lange Zeit wurde hierfür das traditionelle „Bieterverfahren“ genutzt. Inzwischen bevorzugen Anbieter wie PropNow jedoch den Begriff „digitales Angebotsverfahren“. Der Grund: Das klassische Bieterverfahren ist in der öffentlichen Wahrnehmung oft negativ behaftet und wird als intransparente „Blackbox“ wahrgenommen.
Das digitale Angebotsverfahren setzt hingegen auf Transparenz. Eine dynamische und offene Marktpreisfindung schafft insbesondere in unsicheren Zeiten das notwendige Vertrauen bei Käufern und Verkäufern. Am Ende, so der Leitsatz, ist der wahre Marktpreis exakt der Betrag, den der Markt zu einem bestimmten Zeitpunkt zu zahlen bereit ist.
Die Ursprünge und Evolution des Bieterverfahrens
Um die Vorteile der Digitalisierung vollständig zu erfassen, lohnt sich ein Blick in die Historie und die spieltheoretischen Grundlagen des Verfahrens.
Goethe und die Zweitpreisauktion (Bieterverfahren 2.0) Die Grundidee des „Bieterverfahrens 2.0“ reicht bis ins Jahr 1797 zurück: Johann Wolfgang von Goethe nutzte eine sogenannte Zweitpreisauktion, um sein Honorar für das Werk „Hermann und Dorothea“ mit seinem Verleger Vieweg zu verhandeln. Goethe übergab seine Honorarforderung in einem versiegelten Umschlag und forderte den Verleger auf, ein eigenes Gebot abzugeben. Bot der Verleger mehr als Goethe forderte, kam der Vertrag zum (niedrigeren) Preis von Goethes Umschlag zustande.
Fast 200 Jahre später erhielt der Ökonom William Vickrey für die Erforschung dieser „Vickrey-Auktion“ den Nobelpreis. Das ökonomische Ziel dieses Modells ist die Überwindung des Informationsdefizits: Interessenten sollen ermutigt werden, ihr wahres Höchstgebot zu nennen, ohne Angst haben zu müssen, unverhältnismäßig viel zu bezahlen, da sie nur den Preis des Zweitbietenden (plus eines kleinen Aufschlags) entrichten. Dies ist exakt das Erfolgsprinzip von eBay.
Das Problem des Vertrauens und die Lösung
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