„Wir planen unsere Objekte für mehrere Jahrzehnte“
Online-Redaktion
April 13, 2026
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Palm-Geschäftsführer Mudroh entwickelt Immobilien in südwestdeutschen Ortsmitten.
Die Palm-Gruppe besitzt in Württemberg aktuell neun Standorte im ländlichen Raum mit durchschnittlich 2000 Quadratmetern Fläche auf mehreren Etagen. Sie werden an Apotheker, Ärzte, Physiotherapeuten und weitere Dienstleister aus der Gesundheitsbranche sowie Banken und Handel vermietet, die eine gute Kundenfrequenz schätzen. Im Interview legt Geschäftsführer Daniel Mudroh, Immobilienbetriebswirt und Bautechniker, die Strategie und den Stellenwert von Maklern in seinem Metier offen.

Herr Mudroh, Palm gilt unter den Objektentwicklern als der Problemlöser für komplexe Immobilien, an die sich sonst keiner herantraut. Wie gefällt Ihnen diese Zuschreibung?
MUDROH: Das trifft es schon ganz gut und ist unserer Historie geschuldet. Unsere Spezialdisziplin ist der Denkmalschutz. Gesellschafter unserer GmbH ist die 1995 gegründete Palm-Stiftung e.V. des Apotheker-Ehepaars Dr. med. Maria und Johann-Philipp Palm. Die meisten Immobilien hat das Paar zwischen den 1970er und 1990er Jahren entwickelt, erbauen lassen oder erworben, um langfristig die Standorte für die Apotheken zu sichern. Die Stiftung engagiert sich für die gesundheitliche Versorgung der Menschen in der Region, Bildung und ganz besonders für Demokratie und Meinungsfreiheit. Letzteres aus der Historie heraus, dass ein Vorfahre, der Buchhändler Johann Philipp Palm, 1806 in Nürnberg erschossen wurde, weil er den Autor einer Kritik am Kriegstreiber Napoleon nicht preisgab.
Woran arbeiten Sie aktuell?
MUDROH: Zuletzt haben wir vier perspektivschwache Standorte aufgegeben, die größtenteils außerhalb eines Radius von 80 Kilometern um unseren Sitz in Schorndorf liegen. Parallel dazu haben wir unsere Leerstände in den verbleibenden Immobilien reduziert, sodass jetzt neun Standorte nahezu so viel Ertrag erbringen wie zuvor die dreizehn. Aktuell haben wir drei neue Standorte in der Entwicklung, z.B. eine rund 2500 Quadratmeter große Fläche in der Ortsmitte von Niefern-Öschelbronn, die eine denkmalgeschützte Gaststätte beinhaltet, deren Substanz wir erhalten und drei weitere Gebäude, die in Kürze abgerissen werden. Eventuell kaufen wir noch Stellflächen zum Parken dazu und revitalisieren das Areal für neue Nutzungen.

Sie kombinieren Ihre Expertise in innerörtlicher Quartiersentwicklung und im Denkmalschutz mit dem Fokus auf Apotheken, Ärzte und weitere Mieter aus der Gesundheitsbranche. Wie funktioniert das?
MUDROH: Das macht uns als Problemlöser in innerörtlichen Lagen interessant und leicht identifizierbar. Viele der Objekte, mit denen wir uns beschäftigen, haben eine komplexe Ausgangslage, etwa durch Denkmalschutzauflagen, mehrere auf dem Baufeld geltende Bebauungspläne oder schwierige Eigentümerstrukturen. Im Gegenzug unterstützen uns die Kommunen, die oft in kleineren Orten die Mitglieder von Erbengemeinschaften kennen, die nicht an einem Strang ziehen. Wir sind attraktiv, weil wir nicht das x-te Wettbüro oder die Schnellgastro in die Ortsmitte bringen, sondern Fachärzte, Apotheken, Flächen für Pflegewohngruppen etc., die die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung gewährleisten und dem Gemeinwohl dienen.
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Das Interview führte Leonhard Fromm, Wirtschaftsjournalist in Schorndorf mit Schwerpunkt zirkuläres Bauen.
Dieser Artikel erschien erstmals in der
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